Meine Herren und Damen: Marie!

Musical nach dem Leben von Marie Juchacz

Das Stück

Ungeheuerlich muss das für die meisten der anwesenden Abgeordneten gewesen sein. „Meine Herren und Damen…“, so eröffnete Marie Juchacz ihre Rede vor der Weimarer Nationalversammlung am 19. Februar 1919. Sensationell nicht nur wegen der ungewöhnlichen Anrede, sondern viel mehr noch, weil es die allererste Rede einer Frau vor einem deutschen Parlament war.

Von dieser bemerkenswerten Frau, von ihrer Zeit und den Zuständen in der jungen Demokratie handelt das neue Musical „Meine Herren und Damen: Marie!“.

Als Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, engagierte Politikerin und Frauenrechtlerin hatte Marie großen Anteil an der politischen Entwicklung in Deutschland nach der Kaiserzeit. Grund genug für die AWO Saarland, ein Musical über das Leben eben dieser engagierten Frau in Auftrag zu geben.

Maries soziales Wesen, ihre Belesenheit, ihr starker Sinn für Gerechtigkeit und ihr Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen, gleichzeitig die enge Beziehung zu ihrer Schwester, die Armut und das Elend der Jahre 1918/19, aber auch die ‚Feierwut‘ der Bessergestellten und der Umgang der Männer mit Frauen, all das thematisiert dieses Musical.

 

Die Musik

Musikalisch hat die neue Produktion einiges zu bieten. Ein breit gefächertes Spektrum verschiedenster musikalischer Elemente zieht den Zuschauer in seinen Bann. Diese Mischung erstreckt sich vom sozialistischen Arbeiterlied und Kunstlied über Unterhaltungsmusik der 20er Jahre, modernen Musicalsongs bis hin zu aktueller elektronischer Musik. Geprägt wird „Meine Herren und Damen: Marie!“ auch von Musikstilen wie Jazz, Charleston, Burlesque, Tango und Walzer. Natürlich kommen auch die ernsten Töne mit klangvollen Balladen nicht zu kurz. Die Kompositionen von Francesco Cottone und Amby Schillo bieten eine aufregende Reise durch die Musik.

 

 

Die AWO und Marie Juchacz

Unter dem Motto „100 Jahre AWO – Erfahrung für die Zukunft“ feiert die Arbeiterwohlfahrt Deutschland in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Mit ihren zehn mal zehn Jahren zählt die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden unseres Landes.

Die Gründerin der AWO, Marie Juchacz, ist das Gesicht der AWO. Sie prägte maßgeblich die Kernthemen Frauenrechte, Vielfalt, Gegen Almosen – Für Teilhabe, menschenwürdiges Leben, Gerechtigkeit und Solidarität. Von den Nöten und Ängsten der Armen und vieler Frauen während des ersten Weltkrieges bewegt, setzte Marie Juchacz 1919 ihre Idee zur Gründung einer sozialdemokratischen Wohlfahrtspflege um.

Damit nicht genug, kämpfte sie beherzt für das Frauenwahlrecht. Marie Juchacz leistete starken Widerstand gegen die Nationalsozialisten und musste ins Exil fliehen. Was sie nicht davon abhielt, ihre Stimme weiter für die zu erheben, die nicht gehört wurden.

2019 begeht der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt mit seinen 30 Landes- und Bezirksverbänden dieses große Jubiläum. Jeder Landesverband startet eigene Aktionen und Veranstaltungen und so kam dem Landesverband Saarland e. V. mit seinem Vorsitzenden Marcel Dubois die Idee für ein eigenes Musical. Neben vielen weiteren Aktionen im Saarland stellen die Aufführungen von „Meine Herren und Damen: Marie!“ den Höhepunkt des Jubiläumsjahres im Saarland dar.

 

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