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< Vorfreude auf eine neue Musical-Welt
01.04.2016 07:54 Age: 1 year
Category: Presse

Frischer Wind fürs Stumm-Musical

Neuinszenierung legt Fokus auf Charaktere – weniger Massenszenen von SZ-Redakteuring Jasmin Kohl


Diesen Monat beginnen die Probenarbeiten für die neue Version von „Stumm. Das Musical“. Mit dem neuen Regisseur Matthias Stockinger geht das Musical-Projekt neue Wege. Premiere ist am 26. August.

„Man war wie weggebeamt und ich habe gemerkt, hier schwingt etwas ganz Besonderes mit“, erinnert sich Nils Hollendieck an die letzte Aufführung von „Stumm. Das Musical“ im Jahr 2010 in Neunkirchen. Sechs Jahre später gab er am Mittwoch – pünktlich zum 180. Geburtstag des Industriebarons Karl-Ferdinand von Stumm-Halberg zusammen mit Darstellern und dem künstlerischen Stab des Neunkircher Musical-Projekts eine Pressekonferenz. Thema: Die Neuinszenierung des 2009 uraufgeführten Musicals, das sich mit der Geschichte des Industriellen beschäftigt, der die Kreisstadt wie kein anderer geprägt hat. Aus dem ehemaligen Zuschauer Hollendieck ist nichts Geringeres als der neue Hauptdarsteller geworden, er verkörpert bei der Premiere am 26. August in der Neuen Gebläsehalle den Freiherrn Stumm. An der Seite des 48-jährigen gebürtigen Bremers stehen Carina Schneider (27) und Heike Sutor (49). Beide sind langjährige Musical-Projekt-Mitglieder und teilen sich die Rolle der Stummschen Ehefrau Ida Charlotte.

Für die Neuinszenierung der Originalversion von Martin Leutgeb hat sich das Musical-Projekt auch für einen neuen Regisseur entschieden. Die Wahl fiel auf den 33-jährigen Matthias Stockinger, der als waschechter „Neinkerjer Jung“, mit der Stummgeschichte groß geworden ist. „Die Charaktere und ihr Verhältnis zueinander stehen im Fokus“, fasst Stockinger die entscheidende Veränderung zusammen. Die logischen Konsequenzen: Rollen und Szenen, die die Handlung nicht voranbringen, darunter auch einige Massenszenen, hat er herausgestrichen. Die Anzahl der Darsteller schrumpft so von 90 auf 60. Dadurch will Stockinger den Kontrast zwischen dem emotional geprägten Milieu der Hüttenarbeiter und der von Standesbewusstsein beherrschten Stumm-Dynastie sauber herausarbeiten. „In der Familie Stumm herrschte eine kopfgesteuerte, berechnende Atmosphäre, in der Emotionen nicht im Vordergrund standen“, so Stockinger. Der Patriarch Stumm – eiskalter Machtmensch oder fürsorglicher Familienvater? Darüber solle der Zuschauer selbst entscheiden. „Er hat ja auch viel Gutes bewegt, ich glaube aber nicht, dass er dabei ganz selbstlos war“, gab Stockinger seine eigene Interpretation preis.

Auch bühnentechnisch erwartet die Zuschauer viel Neues: „Es gibt eine relativ offene Bühne, damit man die Arbeitsatmosphäre sehen kann“, sagte Stockinger. Fahrbare Bühnenpodeste sollen außerdem für Dynamik und schnelle Umbauten sorgen. „Es wird auch Spezialeffekte geben“, verriet er.

Beibehalten hat Stockinger aber zum Beispiel die „Can-Can-Szene“, die zwar nicht bei jedem Zuschauer Anklang gefunden hatte, aber „die lockert auf, das braucht es“, so der Regisseur. Auch der künstlerische Stab zählt mit der künstlerischen Leiterin Ellen Kärcher, der musikalischen Leitung unter Andreas Puhl und Amby Schillo und dem Produktionsleiter Markus Müller „alte Bekannte“, die bereits bei der Uraufführung dabei waren.

Der vom Zuschauer zum Hauptdarsteller gewandelte Hollendieck freut sich schon auf die Probenarbeiten, die diesen Monat beginnen und wundert sich immer noch über sein Glück. Denn beinahe wäre er gar nicht in den Bann des Stumm-Musicals gezogen geworden: „Ich hatte die letzte Karte für die allerletzte Aufführung des Stumm-Musicals 2010 ergattert“, erinnerte er sich. So kann es gehen.

Zum Thema:

Auf einen BlickKarten sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter Tel. (06 51) 9 79 07 77 und unter www.ticketregional.de erhältlich. Premiere ist am 26. August um 20 Uhr in der Neuen Gebläsehalle. Weitere Aufführungen: 27., 28., 30 und 31. August sowie am 2., 3. und 4. September. koj

Zum Thema:

Am RandeMänner jeden Alters fehlen dem Stumm-Musical noch immer, bedauert Produktionsleiter Markus Müller. Aus diesem Anlass findet am Freitag, 8. April ein weiteres Casting statt, bei dem Regisseur Stockinger hofft, die noch ausstehenden Rollen, darunter mehrere Sprechrollen, besetzen zu können. Interessierte können sich unter Tel. (0 68 21) 20 21 21 oder per Mail an musicalprojekt@neunkirchen.de beim Musicalbüro melden. koj