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19.03.2014 11:36 Age: 5 yrs
Category: Newsarchiv

Der Sommer wird Musical


von SZ-Redakteurin Elke Jacobi

 

 

Neunkirchen. Man könnte stundenlang zuhören, wenn Elmar Ottenthal - Regisseur und zur Zeit noch künstlerischer Leiter der Neunkircher Kulturgesellschaft - erzählt. Wie er Falco in einem Café in Wien getroffen hat beispielsweise, wie er Montserrat Caballé zu Queen-Sänger Freddie Mercury befragte oder über seine Zusammenarbeit mit Konstantin Wecker. Der Wiener, der sich vor einigen Jahren das Saarland als Wirkungsstätte ausgesucht hat, kennt sie einfach alle. Und so scheint es irgendwie nur logisch, dass das in seine Arbeit einfließt. Neunkirchen die Musical-Stadt - für den Musical-Macher Ottenthal das reinste Mekka. Kein Wunder also, dass es gestern bei der Vorstellung des ersten Musical-Sommers der Musical-Stadt Lob hagelt nicht nur vom neuen Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft, Uwe Wagner, sondern auch vom Oberbürgermeister Jürgen Fried. Denn, so Fried, mit der "Wasserphantasie" 2012 und den Aufführungen von "SnoWhite" 2013 war zum Musical-Projekt nach der Musical-Schule auch noch ein professionelles Standbein dazu gekommen. Und nun kommt wieder etwas Neues, wieder aus dem Hause Ottenthal: Erstmals tritt die Kulturgesellschaft, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, als Produzent auf. Beim Musical "Falco meets Mercury" trägt sie alles Risiko. Bei einer 250 000-Euro-Produktion ein mutiges Unterfangen, wie man bestätigt. Zweifel, dass die Gebläsehalle nicht voll werden könnte, die hat Fried allerdings nicht. Mit 220 Tagen sei sie im vergangenen Jahr die bestgebuchte Halle des Saarlandes gewesen. Ottenthal jedenfalls rechnet mit 70 Prozent Auslastung bei den sieben Abend-Vorstellungen und einer Option für eine Nachmittags-Aufführung. Das Treffen im Himmel zwischen Falco (Axel Herrig) und Freddie Mercury (Sascha Lien) mit Aino Laos als Goddess hat Premiere am 6. Juni. Die Stadt beziehungsweise die Kulturgesellschaft als Produzent - das ist nach eigener Aussage für den neuen Geschäftsführer Uwe Wagner nur "ein logischer Schritt" gewesen. "Die Kulturgesellschaft ist nicht nur Teil des Wandels in der Stadt, sie wandelt sich selbst", so Wagner. Der Wandel ist auch spürbar bei der festen Größe der Musical-Stadt: Dem Musical-Projekt Neunkirchen. Nach dem Gastspiel des Theaters Trier am 22. und 23. Juli mit "Das Dschungelbuch" mit der Musik von Konstantin Wecker, beschreitet auch das Projekt in seinem zwölften Aufführungsjahr ab 5. September neue Wege. "Mit dem 'Jedermann' war der Höhepunkt der Fokussierung auf eine Person erreicht, jetzt gehen wir mehr in die Breite, verteilen auf mehrere Schultern", erläuterte Produktionsleiter Markus Müller. Mit insgesamt 150 Teilnehmern - davon 28 neu gecastet in den Bereichen Gesang, Schauspiel, Tanz, Akrobatik und Kostümberatung - wird man zwar musikalisch wieder klassische Musical-Wege beschreiten, mit Akrobaten, der Ausweitung der Aufführungen in den Zuschauerraum und Spezialeffekten gibt es bei den acht Vorstellungen (zwei weitere wären möglich) einiges an Neuerungen - auch im Stab, der durch Jan Schuba (Dramaturgie) und Nina Schopka (Schauspiel) erweitert wurde.

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