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Mit Vollgas über die Nordschleife

Gewinner der Aktion von Musicalprojekt und SZ vom Erlebnis Nürburgring begeistert

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Liebe Freundinnen & Freunde des Musicals!

Fünf Jahre Musical Projekt Neunkirchen – wer hätte seinerzeit gedacht, dass aus unserer Idee ein solcher Zuschauermagnet werden würde? Man kennt es doch so oft anders – dass sich bei solchen Projekten der anfängliche Elan irgendwann verliert bis schließlich alles im Sande verläuft.

Als wir anfingen, 2003, war Neunkirchen als Standort ideal gewählt. Denn hier wird Kultur ganz groß geschrieben: Die Neunkircher Kulturgesellschaft zeugt ebenso davon wie die vielen freien Theatergruppen, die Chöre, die Musikformationen und das Schulspiel. Umgekehrt hat aber auch die Stadt durch das Projekt an Attraktivität gewonnen – eine Wechselbeziehung, die sich bestens ergänzt.

Das Konzept des Musical Projekts Neunkirchen ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt, es ist im gesamten südwestdeutschen Raum einzigartig geblieben: Ein Stab professioneller Künstler arbeitet mit Amateuren an bisher noch nie erprobten Stücken. Das findet Gefallen weit über die Grenzen Neunkirchens hinaus.

Ein kurzer Rückblick: Zum ersten Casting hatten sich 390 Personen beworben. Bei der ersten Produktion „The Casting“ standen 170 Personen auf der Bühne. Fünf Veranstaltungen waren ausverkauft, mit jeweils 450 Personen.

Es folgte „Merlin – wir können auch anders“. Andreas Puhl und Amby Schillo komponierten die Musik, Dieter Meier hat in der Rolle des Merlin einen Meilenstein gesetzt, insgesamt bescherte uns dieses Stück über das Lebensglück und über den Tod in zwei Spielzeiten mit 16 Aufführungen jeden Abend 650 begeisterte Gäste. Ein Zeltanbau hat’s möglich gemacht.

Dann stellten wir uns vor, wie ein Tag in einem Hotel aussehen kann, und so hieß auch das nächste Stück. „Hotel“ von Ellen Kärcher und Ela Otto. „Hotel“ zeigte wieder neue Facetten des Projekts. 200 bühnenbegeisterte Menschen hatten sich 2006 neu zum Casting gemeldet.

Und pünktlich zum Fünfjährigen dürfen wir wieder mit einer Premiere aufwarten: Die „Lysistrate“ hat Dieter Meier gemeinsam mit mir geschrieben.

Produktionsleiter Markus Müller, von Anfang an ununterbrochen dabei, hat uns erneut mit viel Engagement unterstützt. Soweit die Elemente der Kontinuität. Aber das Thema verdient eine gesonderte Betrachtung:

„Lysistrate“ spielt in einer Zeit, in welcher der Krieg ganz selbstverständlicher Alltag war. Und genau das nahmen die Frauen nicht mehr hin und organisierten eine besondere und besonders wirksame Form des Protests. Wir hingegen leben heute in einer zwiespältigen Situation – einerseits im Frieden, seit über 60 Jahren, wobei zu wünschen bleibt, dass es so weitergeht; andererseits in einer Zeit, die weltweit von Terrorismus und der Angst davor geprägt ist. Und in dieser Situation lassen wir hier die Götter selbst zu Wort kommen.

Vom Thema her ist die „Lysistrate“ also ganz sicher ein Fortschritt in der Entwicklung des Projekts. Und auch sonst können Sie Fortschritte spüren. Unser Team, seit kurzem verstärkt durch Vocal-Coach Francesco Cottone, ist auf 120 spielfreudige Amateure angewachsen. Als Gemeinschaft sind wir zusammengewachsen, weil alle für das Projekt brennen und es zu ihrer ganz speziellen Herzensangelegenheit machen. Ja, es sind viele Menschen,die diese Leidenschaft teilen, das reicht von den Sponsoren bis hin zu den vielen ehrenamtlichen Helfern – und bei einer solchen Bilanz ist sicher ein Blick in die Zukunft erlaubt: Im kommenden Jahr wird es wieder die „Lysistrate“ geben, das ist dank der Nachfrage schon jetzt sicher. Wieder ein Jahr später werden wir mit STUMM auf die Bühne gehen – die Vorbereitungen laufen schon. Und weiter? Nun, es gibt bereits Gespräche für die Spielzeiten 2010 bis 2014. Sie werden verstehen, dass ich hier nicht weiter ins Detail gehe, denn es sollen ja für Sie noch genug schöne Überraschungen bleiben.

So darf ich mich im Namen des gesamten Stabes bei allen Akteuren vor und hinter der Bühne für ihren tatkräftigen und unermüdlichen Einsatz bedanken.

Ihnen und uns, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, wünsche ich einen schönen, einen unvergesslichen Abend hier im HüttenAreal in Neunkirchen.

Martin Leutgeb
Künstlerischer Leiter